Mister Mosquito-Rezension (PS2) | Push Square

Sie müssen nur die Starttaste drücken, um zu wissen, dass Mister Mosquito aus einer längst vergangenen PlayStation-Ära stammt. Während die Kamera über das detailreiche Äußere des Anwesens der Familie Yamada schwenkt, gibt eine dramatische Stimme aus dem Off ihr Bestes, um David Attenborough zu imitieren und den prekären Lebenszyklus einer Mücke zu beschreiben. Ihr Ziel in diesem Stealth-Flugsimulator ist es, einen einzigen Sommer zu überleben und sich von der oben genannten Familie zu ernähren, um Ihren ergreifend kurzen Lebenszyklus aufrechtzuerhalten.

Das Gameplay ist anders als alles, was Sie bisher oder danach erlebt haben. Ein zeitgenössischer Bezugspunkt könnte vielleicht die aktuelle Hitman-Trilogie von IO Interactive sein, in der alle Charaktere Muster haben, die Sie durch Interaktion mit der Umgebung unterbrechen können. In jedem Level schwirren Sie durch eine wunderschön banale Szene mit diesem dunstigen Aussehen, das die PS2-Ära definierte. Sie können Radios einschalten oder Fernseher ausschalten, um die Muster Ihrer Ziele zu beeinflussen und Fenster zu schaffen, um auf ihrer Haut zu landen und ihr Blut zu saugen.

Obwohl es sich nicht annähernd so altmodisch spielt, wie Sie vielleicht erwarten, fühlt es sich nicht gerade angenehm an, durch Drehen des rechten Analogsticks Blut zu vergießen. Sie müssen Ihren Cursor an der richtigen Stelle halten, indem Sie die Geschwindigkeit Ihrer Zyklen ändern, sonst werden Sie entdeckt und erschlagen. Sie können natürlich immer wegfliegen und zu Ihrem Ziel zurückkehren, wenn sich die Lage beruhigt hat, aber ein Großteil des Wiederspielwerts kommt vom Zeitangriff, also möchten Sie so schnell wie möglich sein.

Dieses Spiel ist seltsam und ein Produkt seiner Zeit. In einem Level saugt man einem Familienmitglied beim Baden das Blut aus. Die Zwischensequenzen, die jedes Level einleiten, sind aufgrund der schrecklichen englischen Synchronisation ebenfalls völlig bizarr. Man sieht, wie die Matriarchin der Yamada-Familie einen Wutanfall bekommt, weil ihre Tochter nicht mit ihr auf einem Foto erscheinen will. Das ist verrücktes, seltsames Zeug.

Aber genau diese Art grenzenloser Kreativität fehlt PlayStation heutzutage nach Ansicht vieler. Sony hat zwar die Gesamtqualität seiner Produktion verbessert, aber das geschah auf Kosten ungezügelter Kuriositäten wie dieser; ein Spiel, das bei kritischer Betrachtung kaum über dem Durchschnitt liegt – aber allein aufgrund der schieren Verrücktheit des Ganzen einprägsamer bleibt als der neueste AAA-Schnickschnack.